12. März 2026
Honorarkürzung von 4,5 % nehmen wir nicht hin
Informationen und Protestaktionen
Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat am 11. März 2026 entschieden, dass die Psychotherapeuten ab dem 1. April 2026 weniger Honorar bekommen, und zwar gleich 4,5 % weniger. Die Krankenkassen hatten eine Honorarabwertung von 10 % gefordert. Die KBV-Vertreter haben sich für uns eingesetzt. Trotzdem ist nun dieses Ergebnis herausgekommen.
Die Begründung der Kassen, vertreten durch den GKV-Spitzenverband (GKV SV), lässt eine Verwechslung von Ausgaben für Psychotherapie insgesamt und Honorar für Psychotherapeuten erkennen. Durch die Teilung von Sitzen werden tatsächlich mehr Patienten behandelt. Es ist also nachvollziehbar, dass die Ausgaben gestiegen sind. Die Psychotherapeutenhonorare sind allerdings im Vergleich zu den anderen Arztgruppen immer noch weit abgeschlagen am unteren Ende. Bis heute sind sie nicht rechtskonform, weshalb wir immer noch jedes Quartal einen Honorarwiderspruch einlegen müssen. Nun wird die leichte Reduzierung der Ungerechtigkeit in der Honorarverteilung, die aber immer nocht nicht aufgehoben ist, dazu genutzt wird, eine Honorarabwertung zu rechtfertigen. Das ist schon ein Kunststück der Argumentation und muss dringend aufgedeckt werden.
Wir beteiligen uns also am Protest. Folgende Möglichkeiten gibt es (am besten alle nutzen, aber zumindest einige):
1. Offener Brief des Kompetenznetzes KJP WL
2. Bundestagspetition zeichnen:
Die DPtV hat eine Petition zu der unsachgerechten Vergütung ambulanter psychotherapeutischer Leistungen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung eingereicht. Die Petition mit der Nummer 196376 wird aktuell für die öffentliche Freigabe und Mitzeichnung im Petitionsausschuss geprüft.
(Petition auf Change.org wird wenig wirksam sein und die Plattform verkauft bekanntlich die Daten weiter zur Profilbildung über politische Meinungen)
3. Bundestagsabgeordnete des eigenen Wahlkreises anschreiben. Man findet sie hier mit E-Mail-Adresse:
https://www.bundestag.de/abgeordnete
Dabei möglichst individuell beschreiben, was das für die eigene Praxis bedeutet, wie lange wir schon um gerechte Honorare kämpfen, diese Honorarabwertung die bestehende Ungerechtigkeit gegenüber anderen Arztgruppen verschärft oder was Ihnen / Euch sonst noch einfällt. Die Abgeordneten geben diese Infos weiter an die Gesundheitsexperten ihrer Partei. Es macht also Sinn, für unser Anliegen zu werben, Verständnis dafür zu wecken. Standardbriefe werden nicht ernst genommen. Darum besser keine Musterbriefe verwenden.
4. Demonstrationen werden geplant