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Qualitätssicherung (QS)

Berufsstand mehr als unzufrieden

Per Gesetz soll das bisherige Verfahren zur Sicherung der Qualität von Psychotherapie, das sogenannte Gutachterverfahren, zum Jahresende 2022 abgeschafft werden. Das IQTIG (Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen) ist beauftragt, eine Alternative zu entwickeln – ohne Beteiligung der Berufsgruppe. Ein Zwischenbericht wurde – vielleicht auf vielfältigen Protest gegen die Nichtbeteiligung – im Oktober 2020 veröffentlicht:

https://www.g-ba.de/downloads/39-261-4507/2020-10-15_Freigabe_IQTIG-Bericht_QS-amb-psychoth-Versorgung.pdf (externer PDF-Link)

Das IQTIG hat auf die Vorarbeiten des AQUA-Instituts zurück gegriffen, die als AQUA-Konzeptskizze von 2015 vorliegen:

https://www.aqua-institut.de/projekte/ambulante-psychotherapeutische-versorgung/

Ein neues Gesetzesvorhaben erregt wiederum heftigen Protest der Profession. Es ist beabsichtigt, Vergleiche zwischen den Leistungserbringern über ein Praxis-Ranking durchzuführen. So etwas verbietet sich im Bereich der Psychotherapie. Es würde deren Wirksamkeit zerstören, die auf der höchst subjektiven therapeutischen Beziehung basiert. Diese würde geopfert, wenn Psychotherapie  „Verkaufspsychologie“ beinhalten muss zur Existenzsicherung der Psychotherapeuten.

Resolutionen und Stellungnahmen:

Qualitätssicherung im ambulanten Bereich nur mit Nutzen für die Versorgung und vertretbarem Aufwand [PDF, 117 KB] Ext. Link zu PTK-NRW

Psychotherapeut*innen sehen GVWG-Richtlinie zu Praxis-Ranking kritisch (gemeinsame Pressemitteilung der wichtigsten Psychotherapie-Verbände):

Psychotherapie-Qualität so nicht messbar

Die Verbände heben hervor, dass die im Entwurf erwähnte Risikoadjustierung in psychotherapeutischen Praxen nicht umsetzbar sei. Eine hohe Diversität der Störungsbilder und die aufgrund der zeitintensiven Behandlung kleinen Fallzahlen in psychotherapeutischen Praxen verhinderten eine angemessene Einteilung der Patient*innen in Risikoklassen und ließen keine statistisch verlässlichen Aussagen über die Qualität einer Praxis zu.

ganzer Text der Pressemitteilung hier:

https://bvvp.de/wp-content/uploads/2021/02/2021-02-08-Qualitaetssicherung_public.pdf (ext. PDF-Link)

 

Qualitätssicherung muss der Versorgung dienen

Antrag in der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) einstimmig angenommen:

https://kompetenznetz-kjp.de/wp-content/uploads/2021/04/2021-03-26_KBV_VV_Beschluesse.pdf

https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/gesundheitspolitik/aktuelle-meldungen/news-bund/news/kbv-antrag-qualitaetssicherung-muss-der-versorgung-dienen/

https://www.kbv.de/html/51089.php

Qualitätssicherung in der Psychotherapie

Ausführliche Erklärungen durch eine ärztliche Kollegin, die sich seit 1995 mit der Thematik befasst, auf deren Webseite:

https://qs-psychotherapie.de/

 

 

Qualiätsmanagement (QM)

 „Qualitätsmanagement muss neben Effektivität und Effizienz für Praxisleitung und Praxismitarbeiter sowie für die Patientinnen und Patienten nützlich, hilfreich und möglichst unbürokratisch sein.“ (Qualitätsmanagement-Richtlinie – QM-RL, Fassung vom 17.12.2015, S. 12)
So schreibt es der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss = „kleiner Gesetzgeber“, siehe Erläuterung unter Gesundheitspolitik) vor:
„1  Alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten sowie Medizinische Versorgungszentren sind verpflichtet,einrichtungsintern Qualitätsmanagement umzusetzen und weiterzuentwickeln.
2 Bei Kooperationsformen im vertragsärztlichen Bereich wie z.B. Berufsausübungsgemeinschaftenoder Medizinischen Versorgungszentren ist der Bezugspunkt der Qualitätsmanagement-Anforderungen nicht die einzelne Vertragsärztin oder der einzelne Vertragsarzt innerhalb der Kooperationsform, sondern die Einrichtung als solche.
3 Dabei ist sicherzustellen, dass alle relevanten Prozesse und Strukturen, insbesondere mit Bezug zur Patientenversorgung, im Qualitätsmanagement abgebildet werden.“ (ebd.)
Infos zu einer praktikablen Umsetzung der QM-Richtlinie im Mitgliederbereich unter „Materialien zur Praxisführung“  (dort unter Qualitätsmanagment)

Datensicherheit

Datensicherheit ist streng genommen ein Unterkapitel des Qualitätsmanagements. Dazu gehört der Datenschutz für die Patienten, ebenso aber der Schutz vor Verlust der Patientendaten vor Ablauf der 10-Jahres-Aufbewahrungspflicht.

Basiselemente sind  z.B. die mehrfache tägliche Sicherung der Daten (fünf verschiedene Datenträger, davon mind. zwei außerhalb der Praxis lagern zum Feuerschutz), wie auch die Verschlüsselung der Datenträger z.B. mit dem kostenlosen Programm VeraCrypt. Näheres dazu ebenfalls unter „Materialien zur Praxisführung“  (dort unter Datensicherheit)

 

Zum Aspekt Teleimatik und elektronische Patientenakte ausführlicher im Mitgliederbereich unter TI (Telematik-Infrastruktur) / ePA (elektronische Patientenakte) – Diskussion und aktuelle Entwicklungen

sowie offen für alle unter:

https://kompetenznetz-kjp.de/patienteninfo/elektronische-patientenakte-telematik

und unter

https://kompetenznetz-kjp.de/kjp-info/gesundheitspolitik/digitalisierung/