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9. Dezember 2020 um 22:48 Uhr als Antwort auf: Qualitätsmanagement: Schutzkonzepte für Kinder und Jugendliche #1276Reinhild TemmingAdministrator
Meine Gedanken dazu:
Beim Lesen der Stellungnahme „Intervention und Anschlusshilfe“ der PTK NRW finde ich viel gut Durchdachtes und wunderbar Dargestelltes. Schwierig finde ich die Top-Down-Haltung, als ob Psychotherapeuten alles besser wüssten. Aus meinem Kontakt zur DGSF weiß ich, dass man sich dort einen Kontakt auf Augenhöhe wünscht. Anders wird es ja nicht konstruktiv gehen können.
Sätze wie diese: „Die psychotherapeutisch geleitete Supervision sollte daher zum Regelfall in der Fallbearbeitung für Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe werden [6].“ werden in der Jugendhilfe unnötige Reaktanz auslösen. Damit würde man – ungewollt? – die Zusammenarbeit enorm erschweren. Es ist ja nicht so, als ob es dort keine Expertise gibt. Viele haben systemische Fortbildungen. Es wird auch viel reflektiert. Da können die Psychotherapeuten nicht einfach herkommen und alles besser wissen.
Also wäre es wichtig, dort einzubringen, dass psychotherapeutische Kenntnisse und Fähigkeiten aus der Mitarbeiterschaft oder von extern einbezogen werden müssten und dies im Selbstverständnis und in der Fort- und Weiterbildung von JugendamtsmitarbeiterInnen selbstverständlich werden sollte.
Eine veränderte Haltung würde sicher die Zusammenarbeit leichter machen. Leider kommen auch KiJu-Psychotherapeut*innen zu fehlerhaften Einschätzungen (wie ich gerade in einem Fall leidvoll erfahre). Hohes Ross tut ja nie gut.
Weiter auf S. 18 der Stellungnahme:
Dort steht „Vor diesem Hintergrund soll nochmals auf die Notwendigkeit des Ausbaus von Netzwerken hingewiesen werden. Die Bereitschaft zur Mitwirkung scheint bei den Akteu-ren im Kinderschutz gegeben, selbstverständlich auch bei den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.“
Seit etlichen Jahren bin ich Mitglied in einem Netz KAP-DO (Kinder als Angehörige psychisch kranker Eltern). Alle TeilnehmerInnen kommen in ihrer Arbeitszeit. Die Treffen sind meist nachmittags. Alle bekommen die Teilnahme also bezahlt, außer – Ihr ahnt es schon – die Niedergelassenen PT. Lange war ich daher die Einzige, jetzt war ich auch schon lange nicht mehr da. Es wäre also eine Frage der Finanzierung. Sonst bleibt es unrealistisch.
Und auf S. 19 unter Zusammenfassung zu Maßnahmen: „Ermutigung, die eigenen Empfindungen zu nutzen, statt mit Punkte- oder Ampel-bögen scheinbare Sicherheit zu suggerieren“ – ohne Selbsterfahrung und psychotherpaeutisches Wissen kann man dies zwar so wünschen, jedoch was damit aus psychotherapeutischer Perspektive gemeint ist, dürfte schwer zu vermitteln sein. Es geht ja um so etwas wie die „Gegenübertragung“. Aktuell habe ich einen Fall, wo in der Wohngruppe die Spaltungstendenz des Kindes verstärkt wird nach dem Motto: Vergangenheit ist doch nur belastend, lieber im Hier und Jetzt leben und die Kontinuität erst heute beginnen lassen. Ich glaube, sie wollen in bester Absicht das Kind vor der bösen Vergangenheit beschützen und nutzen dazu Abspaltung und Vermeidung statt Integration. Damit kommen sie ja ihren eigenen Empfindungen nach. Das finde ich gefährlich, auch noch zu empfehlen. In der Falldynamik entsteht ein Gegeneinander. Diese Empfehlung müsste also präzisiert werden, vielleicht sogar durch so einen Begriff wie Gegenübertragung oder durch „Ermutigung, die eigenen Empfindungen – mit vorangegangener Schulung in deren richtiger Einordnung – zu nutzen…“, oder auch „die oft enorme Heftigkeit der Affekte als Botschaften oder Erzählungen aus dem Leben des Kindes verstehen lernen“
17. April 2020 um 23:32 Uhr als Antwort auf: Infos unter „KJP-Info / Aktuelle Meldungen“ bitte beachten #1298Reinhild TemmingAdministratorHier eine Link-Liste für hilfreiche Angebote verschiedenster Art
Reinhild TemmingAdministratorHier weitere Anregungen, die ich aus einer KJP-Mailingliste zusammengetragen habe:
Video-Sprechstunde Spielideen
Sie kennenbestimmt dieses Spiel, bei dem man dem Gegenüber einen Zettel auf die Stirnklebt und derjenige weiß nicht, was drauf steht ( ein Tier z.B. – die Kategorie muss festgelegt werden). Da das mit dem Aufkleben ja nicht geht, haben wir jeder unser Tier auf einen Zettel an die Seite gelegt. Dann muss man ja Fragen stellen wie: Ist es ein wildes Tier? Ist es groß? usw. Fragen, die nur mit Ja und Nein beantwortet werden können, bis man rausgefunden hat, welches Tier der Andere gemeint hat. Es hat sehr viel Spaß gemacht. (das Spiel hat auch einen Namen…keine Ahnung!)
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Eine weitere Idee ist Stadt/Land/Fluss mit folgenden Spalten zur Auswahl: Was ich gut kann; Was ich noch gerne lernen möchte und dann halt Ideen der Kinder. Oder Schiffe versenken mit Gefühlen. Erst werden 4 oder fünf Gefühle aufgeschrieben, die in ein oberes Raster eingetragen werden. Im unteren Raster werden dann die Gefühle des Gegners gesucht und eingetragen. Eine Vorlage kann gut an die Mail zur Einladung der Videosprechstunde angehangen werden.
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Ich habe schon erfolgreich Uno ausprobiert und Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst.
4 gewinnt und Slotter sind vertikal aufgebaute Gesellschaftsspiele, die von meiner Laptopkamera gut erfasst werden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es aufgrund des sowieso erhöhten Stressniveaus der Kinder sinnvoll ist, sie zumindest anfangs öfter als sonst gewinnen zu lassen beim Spielen. Das stärkt die Selbstwirksamkeitsüberzeugung, die bei vielen gerade sehr angeschlagen ist.
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Ich habe gestern folgendermaßen erfolgreich Dobble per Video gespielt:
1. Kamera auf den Tisch richten (dafür ist eine externe Webcam sehr praktisch)
2. Jeweils 2 Karten gleichzeitig aufdecken (in dem Bereich, der durch die Webcam erfasst wird)
3. Wer zuerst den gleichen Gegenstand sieht, ruft diesen rein
4. Die Karten werden dann auf 2 Stapeln gesammelt, je nachdem, wer schneller war
5. Am Ende kann man dann anhand der Kartenstapel sehen, wer gewonnen hat
Gerade hatte ein Kind noch die Idee „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen – das ging auch super (nachdem wir ein paar Grundregeln besprochen hatten).
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ich habe ein ganz tolles Buch, mit dem ich schon oft gearbeitet habe. Das Farbenmonster von Anna Llenas. Ich nenne es auch das Gefühlsmonster. Es ist ein Pop-up-Bilderbuch, das man ganz gut in die Kamera halten kann.
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Das Monster ist ganz durcheinander und weiß gar nicht wie es sich fühlt. Es werden Gefühle definiert und sortiert. Es lässt sich schön über die diversen Gefühle reden und dann über die eigenen Gefühle nachdenken, reden…Das ist eine Sache, die ich über mehrere Stunden ziehe. Ich lasse die Kinder, nachdem ich das Buch einmal oder zweimal vorgestellt habe, am Anfang einer Stunde die eigenen Gefühle in den Situationen der vergangenen Tag benennen und auch beschreiben bzw. malen wie stark das jeweilige Gefühl aufgrund einer Situation gewesen ist.
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gestern hatte ich mit einem 10 jährigen Jungen über Video Schach gespielt (Aktivitätsaufbau). Er hatte ein Brett – ich auch – und wir haben die Züge auf beiden Brettern simultan vollzogen. Das war sehr gut möglich.
Wenn Therapeut und Patient das gleiche Spiel haben scheint mir einiges an Spielen möglich…
ich habe gestern in der Videosprechstunde mit 2 Kindern, 8 und 11 Jahre alt, jeweils „Tiere raten“ gespielt und dabei ein bisschen Strategietraining gemacht, z. B. Kategorien abfragen anstatt direkt in Details zu gehen,… Das hat sehr gut geklappt und viel Spaß gemacht.
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hier noch eine weitere Idee, die sehr gut klappt – ich nehme die Stärken-Schatzkiste für Kinder und Jugendliche aus dem Beltz-Verlag und wir beantworten abwechselnd die Fragen bzw. Impulskarten. Darüber kommt man sehr gut und spielerisch ins Gespräch. Gleichzeitig fokussiert man sich bei den Fragen auf die positiven Dinge, was ich gerade aktuell als sehr hilfreich erlebe.
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Spiele, Beschäftigungen:
Therapeutisches Kennenlernspiel
ABC (alles was im Raum mit a anfängt, mit b…..)=> Förderung der konzentration
Stadt, Land, Fluss
ich packe meinen Koffer (evtl. nach alphatischer Reihenfolge)
Sonntagsmaler
Wörterkette
Ich sehe was, was du nicht siehst
Hausführung
Dobble
Schiffe versenken
Malen (z.B. Montags-Maler)
Galgenmännchen
Make´n´Break mit Legosteinen
Memory mit Koordinatensystem wie bei Schiffe versenken
Eiermatsch (abgewandelt von Gregs Tagebuch)
Schokohexe
Balancieren mit Jenga-Steinen
Ball auf einer Platte/Buch/Tischtennisschläger balancieren
Bewegungen vormachen = nachmachen (z.B. Vorklatschen – Nachklatschen)
Bewegungsspiel vor dem Bildschirm (Für 30 Sekunden den Körper ausschütteln oder auf der Stelle rennen oder springen, den Atem nicht anhalten und durch die Nase atmen, dann für 30 Sek. Balance halten, auf einem Bein stehen, mit Augen auf oder – schwerer – mit Augen zu, Zunge an den Gaumen drücken
Emotionen raten: Pantomimisch Emotionen darstellen
Teekesselchen
VorlesenInterventionen (Arbeitsblätter per Email vorab schicken)
Ressourcen, Aktivitätenliste
alles wie innerer sicherer Ort, etc
Tagesstruktur erarbeiten
Selbstmanagement
Achtsamkeitsübungen
Familienkonferenz
Verhaltensanalyse / Sorck
Skills
Expositionen bei Zwängen
3-Bilder-Technik (Comic-Therapie: Kind malt ein Triptychon: Problembild, Zielbild und in die Mitte alles, was ihm vom P zum Z hilft. Systemisch-lösungsorientierte Intervention
Rollenspiele
OH- oder SAGA Karten – Geschichtengestaltung/Assoziation zum Gefühlsleben7. April 2020 um 13:50 Uhr als Antwort auf: Infos unter „KJP-Info / Aktuelle Meldungen“ bitte beachten #1300Reinhild TemmingAdministrator06. April 2020
KBV-Infos
Zunahme von häuslicher Gewalt: Informationen für Ärzte und Psychotherapeuten
Die Medizinische Kinderschutzhotline stellt Fachkräften im Gesundheitswesen eine kostenlose Arbeitshilfe zur Verfügung. Diese soll die Beratung von Familien erleichtern, die durch die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen besonderen Belastungen ausgesetzt sind.
Kitteltaschenkarte mit Infos zum Umgang mit häuslicher Gewalt
Die Maßnahmen gegen eine rasche Ausbreitung des Coronavirus bewirken, dass Familien (…)
Informationen zum Download
Die Arbeitshilfe ist auf der Website der Medizinischen Kinderschutzhotline zum Download verfügbar oder kann in gedruckter Form unter kinderschutzhotline.KJP@uniklinik-ulm.de
bestellt werden. Zusätzlich bietet die Kinderschutzhotline an, bei Bedarf weitere Arbeitshilfen zu schicken, um so Fachkräfte im Gesundheitswesen mit Informationen zu unterstützen. Unverändert steht die Hotline rund um die Uhr telefonisch für Beratungen unter 0800/19210 00 zur Verfügung.Medizinische Kinderschutzhotline bietet 24/7 Unterstützung
(… ) telefonisches Beratungsangebot für Angehörige der Heilberufe bei Verdachtsfällen von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Kindesmissbrauch.
Kitteltaschenkarte zum Thema COVID-19 (PDF, 500 KB). In gedruckter Form bestellen unter: kinderschutzhotline.KJP@uniklinik-ulm.de
Weitere Arbeitshilfen: http://www.kinderschutzhotline.de
KBV-Themenseite Interventionen bei Gewalt: Übersicht mit Kontaktdaten und Hilfsangeboten (bundesweite sowie regionale Angebote)
Reinhild TemmingAdministratorLiebe KuK,
gestern mit einem Mädchen (7 J.) per Video Lotti Karotti gespielt und danach Mensch ärgere dich nicht. Es waren Spiele, die sie zu Hause hatte und ich in der Praxis, also mussten wir jeder bei uns für den anderen mit setzen. Dabei ging es viel ums Regeln verhandeln und sie traute sich was. Sie ist ein Kind, die langsam aus sich rauskommt, mit einer schweren Fehlbildung der Hand zur Welt gekommen ist und schon viele OPs hatte.
Allerdings war die Mutter immer mal wieder im Hintergrund am Aufräumen, und auch der kleine Bruder kam neugierig gucken.
Ich denke, das ist die Eingewöhnung. Vielleicht kommen sie nächste Woche auch wieder in die Praxis. Die Mutter dachte, wir wären mit kleinem Bruder dabei dann ja zu viert, und das wäre nicht zulässig. Habe sie aufgeklärt, dass sie ja mit dem Sohn so lange spazieren gehen könnte.In einem anderen Fall scheitert die Video-Sprechstunde an der technischen Ausstattung: Der zertifizierte Anbieter RED verlangt nach dem neuesten Browser. Der ist aber mit dem Betriebssystem eines älteren Laptops nicht kompatibel. Also geht es nicht. Dabei bräuchte der Junge (6 J.) die Therapie sehr dringend und hat sich erst kürzlich auf mehr Beziehung mit mir eingelassen. Das wirft ihn sicher sehr zurück. Mal sehen, wo wir nach den Osterferien wieder anfangen. Weil ein Kind der Familie Asthma hat, sind die Eltern vorsichtig mit rausgehen.
Es gibt auch Eltern, die aus Bequemlichkeit und übertriebener Ängstlichkeit ohne Vorerkrankungen im Umfelt lieber die Videosprechstunde wollen. V.a. Pflegeeltern haben nicht immer die beste Motivation. Da sind schon Tränen geflossen, weil ein Kind unbedingt kommen wollte und zu Hause auch die Sorge hätte, nicht vertraulich genug sprechen zu können.
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