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Foto: manun / photocase.de
Foto: manun / photocase.de

Psychologen haben ein Studium der Psychologie absolviert. Dabei kann man sich zwar schon mit der Spezialisierung auf Klinische Psychologie auf eine Zusatzausbildung zum Psychotherapeuten vorbereiten, man kann aber ebensogut nichts mit Psychotherapie zu tun haben, sonden z.B. Wirtschaftspsychologe werden. Psychologen sind also nicht automatisch Psychotherapeuten, sondern erst, wenn sie eine fünfjährige Zusatzausbildung zum Psychotherapeuten absolviert und mit der staatlichen Prüfung ihre Approbation erworben haben. Psychiater haben ein Studium der Medizin absolviert und haben sich danach in ihrer fünfjährigen Facharztweiterbildung auf Nervenheilkunde und Psychiatrie spezialisiert.

Um Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch behandeln zu dürfen, kann man Pädagogik (inkl. Heil-, Reha-, Sozial-, Sonderpädagogik o.ä.), Psychologie oder Medizin studiert und sich anschließend zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten weitergebildet haben mit abschließender staatlicher Prüfung.

Beim Zugang über ein Medizinstudium absolviert man anschließend an das Studium eine fünfjährige Facharztweiterbildung in Kliniken, für Kinder- und Jugendliche normalerweise in einer Klinik für Kinder- und Jugendspsychatrie und – psychotherapie. Man lernt also erst nach dem Studium zum ersten Mal etwas über die Grundlagen der Psychotherapie. Mit der Facharztprüfung erwirbt man den Facharzttitel Kinder- und Jugendpsychiater. In der niedergelassenen Praxis sind inzwischen die meisten Kinder- und JugendpsychiaterInnen vorwiegend Fachleute für Medikamentenbehandlung, kürzere unterstützende Gespräche sowie für die Aufsicht von Therapien, die von angestellten HeilpädagogInnen, SozialpädagogInnen oder anderen Fachkräften, zum Teil auch Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen in Ausbildung, durchgeführt werden. Als Patient hat man dort meist nur wenige Termine pro Quartal, z.B. alle vier Wochen. In Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxen können daher sehr viele Patienten parallel behandelt werden. Man bekommt entsprechend schneller einen Termin. Wenige Kinder- und JugendpsychiaterInnen arbeiten selbst überwiegend psychotherapeutisch. Dann können sie auch in unserem Netzwerk Mitglied sein, ebenso wie Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin, die sich auf Kinder und Jugendliche spezialisiert haben.

Beim Zugang über ein Psychologie- oder Pädagogikstudium (also als Psychologe oder Pädagoge) absolviert man anschließend an das Studium eine fünfjährige Approbationsausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in einem der Richtlinienverfahren (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Therapie, Psychoanalyse; Systemische Therapie noch in Phase der Prüfung) an staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten, die mit Kliniken und ambulanten Praxen für die praktische Ausbildung kooperieren. Oft hat man schon während des Studiums Grundlagen der Psychotherapie kennen gelernt, mindestens die zugrundeliegende Theorie, die Entwicklungspsychologie und Lerntheorie. Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen behandeln nicht medikamentös und erbringen alle Leistungen persönlich, dürfen die Durchführung von Therapien nicht an Personal delegieren. In der Regel finden Therapiestunden im Durchschnitt einmal wöchentlich statt. Pro Woche kann ein Psychotherapeut maximal 36 Patienten behandeln. Die Wartezeiten sind dort deshalb oft länger.

Psychoanalytiker sind Psychotherapeuten, die in einem der drei Richtlinienverfahren, nämlich der Psychoanalyse ausgebildet wurden.

 

Die folgende Grafik von unserer Kollegin Yvonne Schulte aus Bremen (Herzlichen Dank dafür!) von 2017 macht es anschaulich:

psychologe psychiater psychotherapeut_KJP_YS

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