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Die Entstehungsgeschichte des Kompetenznetzes

Die Anfänge des Vereines liegen im Jahr 1999. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten waren in Westfalen – Lippe nicht organisiert und spielten bei den großen Verbänden als kleinste Psychotherapeutengruppe nur am Rande eine Rolle. Sie arbeiteten vereinzelt oder in kleinen Gruppen, unter denen es (fast) keinen Austausch gab. Diesen Zustand galt es zu ändern.

Am 21.03.2001 trafen sich 11 KJP in Dortmund zu einem ersten Treffen. Ziel war es, eine regionale Plattform für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie zu gründen. Da es das in Deutschland noch nicht gab, musste also etwas gänzlich Neues entwickelt werden. In den nächsten 5 Jahren traf sich der Kreis, immer um Offenheit bemüht und darum, gemeinsame, verbindende Ziele zu entdecken oder zu entwickeln. Von Beginn an erschien es sinnvoll, sich selbst eine Plattform zu schaffen, auf der ein Austausch unter berufspolitisch interessierten und evtl. schon aktiven KJP´ler und insbesondere auch den Vertretern der „kleinen“ örtlichen KJP-Gruppierungen, die sich z. B. in Qualitätszirkeln trafen, entwickeln konnte. So sollte aus dieser Gruppierung eine Art „Netz der Netze“ werden.

Am 10.04.2005 wurde ein vorläufiges Kompetenznetz gegründet. Zum ersten Mal erhielten die Treffen eine „halb-offizielle“ Form. Von da an trafen wir uns 3x im Jahr mit unseren Funktionsträgern aus der Psychotherapeutenkammer und der KVWL zum regelmäßigen Austausch und um gemeinsame berufspolitische Ziele zu formulieren. Es tat vielen Mitwirkenden gut, feststellen zu können, dass wir als Berufsgruppe zunehmend wahr- und ernst genommen wurden. Dennoch festigte sich der Eindruck in den berufspolitischen Diskussionen und Entwicklungen der folgenden Jahre, dass das allein noch nicht ausreicht. Um noch effektiver und wirkungsvoller sein zu können, benötigten wir eine auch rechtlich klare Organisationsform.

Es gab damals einen ersten gemeinsamen Beschluss:

Grundsätzlich positiv wird die Möglichkeit gesehen, mit der Gründung eines Gesamtnetzes die Ergebnisse und Arbeiten der regionalen Netze der KJP zu bündeln und zu einem fachlichen (wenn auch nicht formal legitimierten) Sprachrohr gegenüber der KV zu machen. Das zu gründende Netzwerk versteht sich nicht einem bestehenden Therapieverfahren verpflichtet, ebenso wenig einem Berufs- oder Fachverband. Vielmehr versteht es sich als gemeinsames Sprachrohr der bestehenden regionalen Netze, wie auch Einzelpersonen, die aus den unterschiedlichsten Gründen keinem Netzwerk oder Qualitätszirkel angeschlossen sind.“

 

Am 15.11.2008 gründeten 17 Kolleginnen und Kollegen aus Westfalen – Lippe in Hagen das

„Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen Kompetenznetz Westfalen – Lippe e. V.“

Die Vereinsgründung entstand aus den Überlegungen, den bisher losen Verbund zu organisieren und zukünftig als stabiler Ansprechpartner wahrgenommen werden zu wollen. Es hatte sich zudem die Überzeugung durchgesetzt, dass unser Berufsstand eine wirkungsvolle Vertretung auf regionaler Ebene benötigt. Das Wirken der überregional aufgestellten Berufs- und Fachverbände sollte durch eine Regionalisierung unterstützt und bestärkt werden. Der erste Vorsitzende des Kompetenznetzes war Heribert Kellnhofer. Er und die Vorstandsmitglieder Genno Raeder, Oliver Staniszewski und Helmut Baum, dem nach einem Jahr Jasmin Bousardt folgte, haben die Aufbauarbeit der ersten Jahre geleistet, die viel Energie und Engagement erforderte.

Hier trafen sich politische Vertreter der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aus allen berufspolitischen Lagern sowie Sprecher aus regionalen Gruppen regelmäßig, um sich über die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auszutauschen und die Arbeit zu koordinieren. Politische Neuerungen wurden diskutiert und es wurden wiederholt Vertreter der KVWL zum Informieren und Mitdiskutieren eingeladen. Zudem wurden spezifische aktuelle Themen für KJP behandelt und auch dazu wiederholt Referenten eingeladen.

 

Seit November 2011 vertritt Oliver Staniszewski als Vorsitzender die Interessen der Mitglieder. Mit Harald Jourdan, Wilfried Seinsche und Dolly Dolinsky führte er die Anfangsarbeit weiter und lenkte das Kompetenznetz zudem in neue Gewässer. Das Thema „Unsere Identität als KJP“ stand seither im Mittelpunkt der Überlegungen. Dafür wurden zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, sich kennen zu lernen, untereinander auszutauschen und gegenseitig zu informieren. Weiterhin wurden auch KJP-spezifische Themen behandelt, z. T. mit Hilfe weiterer Fachleute. „Kompetenz – vernetzt“ kennzeichnet unsere Grundorientierung. Wichtige Infos werden beständig per Mail an die Mitglieder (MG) weitergegeben. Es besteht die Möglichkeit, sich unkompliziert als MG  im Verein und berufspolitisch zu beteiligen, z. T. werden AG´s eingesetzt, damit sich engagierte MG punktuell oder längerfristig für ein Thema einbringen können. So wird die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt.

Die regionale Orientierung ist eine weitere Stärke des Kompetenznetzes. Hier können wir gegenüber den örtlichen Entscheidungspartnern (KVWL, Krankenkassen, usw.) notwendige Aufklärungsarbeit bzgl. der Spezifika unseres Berufsstandes leisten (wie z. B.: „Was beinhaltet die Probatorik bei einem KJP?“). So sind wir schnell, passgenau und effektiv in unserem Einsatz für KJP in WL.

Am 02.02.2013 konnte so auch speziell für MG des Kompetenznetzes eine Fortbildung zum Thema „Die ‚Staublunge‘ der KJP vermeiden“ mit Frau Prof. Dr. Heidi Möller (Universität Kassel) stattfinden. Diese sehr gelungene Fortbildung ist von Reinhild Temming und Oliver Staniszewski organisiert worden und ist für das Kompetenznetz und die psychotherapeutische Landschaft ein sichtbares Zeichen unserer Aktivitäten, hat uns zugleich im Zusammenhalt sehr voran gebracht.

KJP bilden sich ihre Meinung selbst. Deswegen vertreten sie sich im berufspolitischen Rahmen und gegenüber der Öffentlichkeit auch selbst. Es entstand, was auch der Slogan des „Bündnis KJP“ bei der Wahl zur Psychotherapeutenkammer NRW 2014 wurde:

„KJP für KJP!“

Dieser Überzeugung folgend bieten wir eine Plattform für einen berufspolitischen Austausch, ohne als Verein Vorgaben zu machen. Gleichwohl legt die Mitgliederversammlung Positionen fest und spricht Empfehlungen aus, die den Mitgliedern als Orientierungshilfe angeboten werden.

 

Am 15.11.2014 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Neben Oliver Staniszewski, der als Vorsitzender wiedergewählt wurde, wurden Reinhild Temming, Anja Kopa und Julia Pacho in den Vorstand gewählt. Wir sind eine gute Mischung. „Eine alte Häsin und ein alter Hase“, im Übergangsverfahren approbiert und damit breit ausgebildet. Zwei junge und nach der aktuellen Ausbildungsform approbierte Kolleginnen, die die aktuelle Ausbildungssituation genau kennen. TP und VT, auch die Geschlechterverteilung unseres Berufes ist gut repräsentiert. Wir alle haben das Interesse, das Kompetenznetz und die damit verbundenen Themen aktiv nach vorne zu bringen. Ein Vorstand, der ein echtes Team ist!

Seit 2014 finden die MV’en in den Räumen der Kinder- und Jugendpsychiatrie LWL-Elisabeth-Klinik in Dortmund-Aplerbeck statt. Auch das ist „gelebte Vernetzung“. Dass Frau Kopa alle dann noch mit leckerem Essen und einer immer neuen, immer wieder leckeren Suppe beköstigt, macht die ganze Sache zu einem Idealfall.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen und Blickwinkel von KJP erfordern intensive Abstimmungsprozesse und damit einen intensiven Austausch untereinander. Im berufspolitischen Diskurs benötigen KJP eine Geschlossenheit, die weiterhin erarbeitet und hergestellt werden muss. Dafür ist u. a. auf der Homepage das Wirken des Vereins dargestellt und es wurde ein Flyer zu KJP entwickelt und verteilt.

Das Kompetenznetz konzentriert einen Großteil der ins Arztregister eingetragenen KJP in WL, und zwar über die zugelassenen Fachrichtungen (TP, VT, PA, ST, GT) und alle berufspolitischen Lager hinweg. Dem Verein sind bislang über 124 KJP´ler beigetreten, damit sind wir die größte Interessenvertretung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in WL.

Das Kompetenznetz wird heute von zahlreichen Akteuren im psychosozialen Bereich als Ansprechpartner wahrgenommen. Es kam und kommt zu vielfachen Kooperationen mit Verbänden, Institutionen und Universitäten. Hier erfüllen sich nach und nach auch die Ziele, die damals zur Gründung des Kompetenznetzes führten.

 

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